Wie einfach und berechenbar wäre die Arbeitswelt, wenn Angestellte prozesstreu, linear, widerspruchsfrei und fehlerfrei arbeiten würden. Vorgesetzte wären allwissend, würden entscheiden, Probleme lösen, Arbeit kontrollieren und bei Fehlern eine klare Ansage machen. Alles wäre geregelt und wenn nicht, würde es von oben neu geregelt.
Das ist der betriebsökonomische Glaube vergangener Jahrzehnte. Er hält bis heute an.
Was sehen Sie, wenn Sie sich in Ihrem Betrieb umsehen? Erschöpfte Führungskräfte, die vorgeben, bei vollen Kräften zu sein? Mitarbeitende, die Dienst nach Vorschrift leisten, wenig mitdenken und ihre Vorgesetzten nur noch mit Problemen konfrontieren? So wirkt ein rein mechanistisches Weltbild in der Praxis.
Dem gegenüber steht ein systemisches Weltbild.
Führungskräfte und Mitarbeitende wissen, dass es mehrere Wahrheiten gibt: kontextabhängig, nuanciert, selten eindeutig. Vielfältige Wechselwirkungen und Feedbackschlaufen führen zu Entscheiden, die der Komplexität gerecht werden, ohne unnötig kompliziert zu sein. Widersprüche werden nicht unterdrückt, sondern als Chance zum Differenzieren und Weiterentwickeln genutzt. Bewährtes wird gewürdigt und behutsam verändert.
Vorgesetzte wissen, dass das Team lernt und mitentscheidet. Sie befähigen statt kontrollieren, vertrauen der Selbstorganisation und fragen bei Fehlern, damit alle daraus lernen können.
Finden Sie noch immer, dass Mitarbeitende wie Maschinen arbeiten sollen?
Dann lohnt es sich, die eigene Haltung als Führungsperson zu hinterfragen — bevor es die Mitarbeitenden tun. Oder die Ergebnisse.
Wenn Sie bereit sind, einen anderen Weg zu gehen freue ich mich auf das Gespräch.