Was den Eisberg in der Unternehmung zum Schmelzen bringt…

Ungelöste Konflikte sind extrem schädlich und sie lösen sich selten von selbst. Viele Vorgesetzte hoffen auf Besserung ohne zu wissen warum. Vielleicht sind Sie bereit, selbst zu handeln. Hier fünf Hinweise, wie es gelingen kann, damit der Eisberg eben Eisberg bleibt.

Ich verzichte hier bewusst darauf, das Eisbergmodell zu erklären. Wer es kennt, weiss, worum es geht.

Wie der Eisberg in der Natur schmilzt auch jener in der Unternehmung bei ungewohnt hoher Hitze. Engagierte Debatten über die Arbeit sind solche Wärmequellen. Wird sachlich argumentiert, kühlen sich die Gemüter nach der Besprechung rasch wieder ab: der Eisberg bleibt Eisberg.

In belasteten Teamsituationen hingegen passiert etwas anderes: Persönliche Angriffe ersetzen sachliche Argumente, anders gerichtete Positionen werden gezielt geschwächt. Diese Spirale hat irgendwann begonnen, wurde von Teamleitung und Mitarbeitenden wahrgenommen, aber niemand hat sich getraut, sie anzusprechen.

Das Ergebnis: Kämpfer, die weiterhin streiten. Resignierte, die schweigen. Beziehungen unter Druck, ein vergiftetes Arbeitsklima, eine Teamleistung die gerade noch genügt.

Ungelöste Konflikte sind extrem schädlich und sie lösen sich selten von selbst. Viele Vorgesetzte hoffen auf Besserung ohne zu wissen warum, auf die Kündigung der Unruhestifter, oder darauf, dass irgendjemand im Team das Problem endlich anspricht.

Vielleicht sind Sie bereit, selbst zu handeln. Hier fünf Hinweise, wie es gelingen kann, damit der Eisberg eben Eisberg bleibt:

  1. Ansprechen, was alle sehen – aber niemand sagt
    Der erste und wichtigste Schritt: Die Situation benennen, ohne zu urteilen: «Ich beobachte, dass unsere Besprechungen zunehmend belastet sind. Das möchte ich mit euch besprechen.»
  2. Sachebene und Beziehungsebene trennen
    Konflikte eskalieren, wenn Sachfragen zu Beziehungsfragen werden. Diese Ebenen sind bewusst zu trennen. «Was ist das eigentliche Problem?» hilft, wieder auf die Sachebene zurückzukehren.
  3. Einzelgespräche vor Gruppengesprächen
    In belasteten Teams ist das Plenum oft der falsche Ort für den ersten Schritt. Einzelgespräche geben jedem Teammitglied die Möglichkeit, offen zu sprechen. Erst wenn Sie ein Bild der verschiedenen Perspektiven haben, ist der Weg für ein Gruppengespräch bereitet.
  4. Klare Spielregeln etablieren – und einhalten
    Teams brauchen in Konfliktsituationen Orientierung. Gemeinsam vereinbarte Gesprächsregeln wie zum Beispiel: «Wir sprechen über Verhalten, nicht über Personen» oder «Jeder darf ausreden» schaffen einen sicheren Rahmen. Entscheidend: Alle halten diese Regeln konsequent ein.
  5. Früh handeln – nicht warten
    Konflikte lösen sich selten von allein. Je länger gewartet wird, desto tiefer graben sich Fronten ein.

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